6. Oktober 2026
Unser Hermagor 2033 – gemeinsam die richtigen Weichen in die Zukunft stellen
Ich bin in Hermagor zu Hause. Ich kenne unsere Gemeinde nicht nur aus Sitzungen und Akten, sondern aus meinem täglichen Leben – und ich kenne sie auch aus meinem Beruf als Lokführer. Ein Lokführer weiß: Man kann einen Zug nur dann sicher ans Ziel bringen, wenn man weiß, wohin die Reise gehen soll, die Strecke kennt und rechtzeitig die richtigen Weichen stellt.
Genau darum geht es mir mit „Unser Hermagor 2033“.
Ich bin überzeugt, dass Hermagor großes Potenzial hat. Wir haben eine außergewöhnliche Landschaft, engagierte Menschen, starke Vereine, Tourismus, Landwirtschaft, Handwerk und Unternehmen. Wir haben die Chance, uns zu DEM Zentrum Oberkärntens weiterzuentwickeln – als lebens- und liebenswerte Heimat und gleichzeitig als attraktiver Standort für Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen und sichern.
Dafür braucht es einen gemeinsamen Plan.
Zuhören, bevor man die Weichen stellt
Ich möchte diesen Plan nicht alleine schreiben. Deshalb haben wir mit „Auf ein Feierabendbier mit Siegi“ einen Bürgerbeteiligungsprozess gestartet. Wir gehen dorthin, wo die Menschen sind, setzen uns mit ihnen an einen Tisch und sprechen über das, was sie bewegt.
Der nächste Schritt war noch größer: Rund 2.000 Haushalte erhalten von mir und meinem Team im Rahmen unserer Hausbesuchstour einen digitalen Schlüssel. Legt man ihn einfach auf das Smartphone, öffnet sich direkt unsere Umfrage. Darin wollen wir ganz konkret wissen: Wie wird die Lebensqualität in Hermagor beurteilt? Was fehlt? Was soll besser werden? Wie werden ärztliche Versorgung, Kinderbetreuung, Kultur, Sport, Infrastruktur und viele andere Bereiche bewertet?
Die Antworten werden nicht in einer Schublade verschwinden. Sie werden eine Grundlage für „Unser Hermagor 2033“ bilden. Denn bevor man die nächste Weiche stellt, sollte man wissen, was die Menschen entlang der Strecke brauchen.
Wohnen ist eine der wichtigsten Weichen
Ein Thema ist für mich dabei besonders wichtig: leistbares Wohnen.
Wer junge Familien in Hermagor halten, neue Einwohner gewinnen und Unternehmen bei der Suche nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützen will, muss auch leistbaren Wohnraum anbieten können. Gerade deshalb werde ich als Bürgermeister unserer schönen Stadt gemeinsam mit Landeswohnbaureferentin LHStv. Gaby Schaunig eine Offensive für leistbares Wohnen in Hermagor starten. Die Landesebene und die Gemeinde müssen hier enger zusammenarbeiten. Für mich muss Wohnen darüber hinaus Teil einer größeren Standortstrategie sein: leistbarer Wohnraum, gute Kinderbetreuung, Arbeitsplätze, Mobilität und Lebensqualität gehören zusammen.
Ich kenne den Unterschied zwischen einer Idee und ihrer Umsetzung
Ich war von 2011 bis 2021 Bürgermeister von Hermagor. In dieser Zeit konnten wir zahlreiche Projekte umgesetzt beziehungsweise auf den Weg bringen. Dazu gehörten beispielsweise wichtige Investitionen in die Trinkwasserversorgung, Straßen und Beleuchtung sowie die Erweiterung des Angebots für Familien und Pflegebedürftige. Beispielsweise haben wir unter anderem den Tiefbrunnen Tröpolach, Investitionen in Gemeindestraßen und die teilweise Umrüstung der Ortsbeleuchtung auf LED beschlossen. Auch beim Hochwasserschutz wurden wichtige Schritte gesetzt. So erfolgte in meiner Bürgermeisterzeit der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt des Hochwasserschutzes an der Gössering – ein Projekt mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 13 Millionen Euro, das Schutz für über 1200 Menschen in über 360 Haushalten bringt. Über die Gemeindegrenzen hinaus war und ist mir die regionale Zusammenarbeit immer wichtig. Als Vorsitzender der LAG-Region Hermagor wurden bis Ende 2020 mehr als 50 regionale LEADER-Projekte und mehr als zehn grenzüberschreitende Projekte genehmigt, umgesetzt oder abgeschlossen. Rund 2,2 Millionen Euro EU-Förderungen wurden dabei genehmigt und insgesamt rund 3,8 Millionen Euro in der Region mobilisiert.
Diese Erfahrungen nehme ich mit. Nicht, um in der Vergangenheit stehen zu bleiben. Sondern weil ich weiß, wie wichtig es ist, aus einer Idee ein konkretes Projekt zu machen, Partner zusammenzubringen und Fördermöglichkeiten zu nutzen.
Hermagor braucht einen Schulterschluss
„Unser Hermagor 2033“ soll deshalb auf drei Säulen stehen:
Erstens: die Bevölkerung.
Die Menschen sollen nicht erst am Ende gefragt werden, sondern am Anfang. Feierabendbier, Hausbesuchstour und digitale Schlüssel sind dafür konkrete Instrumente.
Zweitens: die Wirtschaft.
Wir müssen mit unseren Betrieben darüber sprechen, was sie brauchen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen. Eine starke Gemeinde braucht starke Unternehmen – und Unternehmen brauchen einen attraktiven Standort.
Drittens: das Land Kärnten.
Hermagor darf sich nicht mit der Rolle einer Gemeinde am Rand Kärntens zufriedengeben. Wir müssen unsere Interessen in Klagenfurt konsequent vertreten und vorhandene Kontakte und Fördermöglichkeiten nutzen.
Gerade hier sehe ich eine wichtige Chance in der Zusammenarbeit mit der SPÖ-geführten Landesregierung. Ob Wohnbau, Kinderbetreuung, Infrastruktur, Gesundheit oder Regionalentwicklung: Gemeinde und Land können gemeinsam mehr bewegen als jeder für sich.
Die nächste Etappe heißt 2033
Ich möchte Hermagor nicht einfach verwalten. Ich möchte gemeinsam mit den Menschen darüber sprechen, wo unsere Gemeinde im Jahr 2033 stehen soll.
Wie schaffen wir neue Arbeitsplätze?
Wie halten wir junge Menschen in der Region?
Wie schaffen wir leistbaren Wohnraum?
Wie stärken wir unsere Innenstadt?
Wie verbessern wir Mobilität und Infrastruktur?
Wie können wir Tourismus, Wirtschaft, Landwirtschaft und Lebensqualität miteinander verbinden?
Und wie schaffen wir es, dass Hermagor nicht nur eine Gemeinde ist, in der Menschen gerne wohnen, sondern eine Region, in der Unternehmen bewusst investieren? Darauf möchte ich gemeinsam mit den Hermagorerinnen und Hermagorern Antworten finden.
Als Lokführer habe ich gelernt: Eine gute Fahrt beginnt nicht am Bahnhof, an dem man ankommen möchte. Sie beginnt mit einer klaren Route, einer gut vorbereiteten Strecke und den richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt.
„Unser Hermagor 2033“ soll unsere gemeinsame Route sein.
Die Menschen sollen dabei nicht im Zug sitzen und zusehen, wohin die Reise geht. Sie sollen selbst mitbestimmen, welche Strecke wir nehmen und welche Weichen wir stellen.
